Nicolaus Cusanus Gymnasium,  Reuterstraße 51, 51465 Bergisch Gladbach

upDATE - über Cybermobbing, Sexting, Social Media

„Kinder brauchen bis zu acht Anläufe, bevor ein Erwachsener ihnen glaubt“, berichtet uns eine Schauspielerin nach der Aufführung des Präventionstheaterstücks „upDATE“.         

Ein Satz, der besonders im Gedächtnis bleibt und gleichzeitig zeigt, warum ein solches Theaterstück für Jugendliche so wichtig ist. 

Im Rahmen der Präventionsarbeit des NCGs wurde am 17.09.2026 die Theaterproduktion upDATE, von drei Schauspieler:innen, für die Schüler:innen der siebten Klassen aufgeführt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Frau Sulski. Auch die Technik-AG unserer Schule war an der Veranstaltung beteiligt und sorgte mit dem Aufbau von der Bühne und der Technik sowie der Gestaltung der Turnhalle für die passende Atmosphäre. 

Auf der Bühne ging es jedoch um kein gewöhnliches Thema: Das Theaterstück „upDATE“ beschäftigt sich mit Cybermobbing, Sexting, Social Media und der Frage, wie Jugendliche mit persönlichen Daten, Bildern und ihren eigenen Grenzen umgehen sollten. 

Die Aufführung beginnt wie eine Reportage über einen vermeintlichen Skandal in der 8b einer Gesamtschule: Nacktfotos einer Schülerin sind plötzlich im Umlauf. Wer hat sie verschickt? Wer trägt die Verantwortung? Und warum wird die betroffene Elena beschimpft, während Leo für sein Verhalten sogar Anerkennung von seinen Mitschülern bekommt? 

Die Schülerin Elena hatte die Bilder zuvor an Leo geschickt, weil sie ihm vertraute. Sie fühlte sich von ihm wertgeschätzt und war froh, dass sich auch mal jemand für sie interessierte, und nicht nur ihre beste Freundin Kiara… 

Doch Leo missbraucht dieses Vertrauen. Nach einem Streit verbreitet er die Bilder weiter. Und natürlich reagieren auch die Mitschüler:innen darauf, allerdings nicht so, wie man es erwarten würde. Während Leo als „Player“ gefeiert wird, wird Elena als „Schlampe“ beschimpft. 

Problematisch verhält sich Leo auch Kiara gegenüber. Nachdem es auf einer Party zu einem Kuss zwischen den beiden kommt, möchte Leo mehr, während Kiara sich dabei zunehmend unwohl fühlt. Sie macht ihre Grenze mit einem deutlichen „Nein“ klar, doch Leo akzeptiert dieses nicht. Daraufhin ohrfeigt Kiara ihn.                                                                               

In den folgenden Szenen werden die unterschiedlichen Sichtweisen der beiden deutlich: Während Leo sich darüber beschwert und nicht versteht, warum Kiara ihn überhaupt geküsst habe, beginnt Kiara, an sich selbst zu zweifeln. Sie hat Angst, Leo nicht zu gefallen, und fragt sich, ob sie vielleicht selbst zu weit gegangen ist.  

Nach der Aufführung gibt es eine kurze Pause, in der das Verhalten der drei Rollen auf die Schüler:innen wirken kann. Anschließend werden die Schüler:innen selbst einbezogen. Mit Ja-Nein-Fragen und offenen Fragen werden sie dazu gebracht, über das Gesehene nachzudenken. 

Zum Beispiel sollen die Schüler:innen überlegen, warum Elena die Bilder überhaupt verschickt hat. Dabei wird deutlich: Sie hat nicht gehandelt, weil sie „selbst schuld“ war, sondern weil sie manipuliert wurde, verliebt war und jemandem vertraute. 

Auch Leos Verhalten wird genauer betrachtet. Die Nutzung der Wörter „Player“ und „Schlampe“ im Stück macht auf eine deutliche Doppelmoral aufmerksam: Ein Junge erhält Anerkennung für ein Verhalten, für das ein Mädchen verurteilt wird. Die Verantwortung wird dadurch scheinbar auf Elena übertragen, obwohl Leo ihr Vertrauen missbraucht und die Bilder ohne ihre Zustimmung weiterverbreitet hat. 

Auch bei Kiaras Fall wird erneut die Schuld bei der Betroffenen gesucht, während Leo sich selbst in die Opferrolle stellt. Kiara, setzt ihm eine klare Grenze, welche er nicht akzeptiert. Die Schauspieler:innen machen deutlich, dass ein „Nein“ zu akzeptieren ist und, dass das Überschreiten persönlicher und körperlicher Grenzen nicht in Ordnung ist. 

Die Diskussion zeigt außerdem, dass nicht nur das direkte Verhalten der beteiligten Personen problematisch sein kann. Auch diejenigen, die danebenstehen und nichts tun, spielen eine Rolle. Viele Mitschüler:innen greifen nicht ein, weil sie Angst haben oder nicht wissen, wie sie reagieren sollen. 

Ein wichtiger Teil der Aufführung beschäftigt sich deshalb mit der Frage: Was kann man tun, wenn man selbst betroffen ist oder solche Inhalte zugeschickt bekommt? 

Die Botschaft ist eindeutig: Bilder, die jemand nicht freiwillig mit anderen teilen wollte, dürfen nicht weitergeschickt werden. Stattdessen soll man die Situation melden und sich Hilfe holen. Wer selbst angeschrieben wird, soll nicht auf die betreffende Person eingehen, sie blockieren und den Vorfall melden. 

Auch die Schüler:innen werden nach ihren eigenen Erfahrungen gefragt. Einige berichten, bereits unerwünschte Inhalte erhalten zu haben. Genannt werden unter anderem gewalttätige Inhalte, Nacktheit, rassistische beziehungsweise nationalsozialistische Inhalte und Inhalte mit Queerfeindlichkeit. Der Besitz solcher Inhalte und vorallem von Jugenpornographie ist strafbar und kann zu einer Beschlagnahmung des Handys von der Polizei, für über drei Monate sorgen. 

Gerade diese Antworten zeigen, wie wichtig es ist, bereits in der siebten Klasse über den Umgang mit solchen Situationen zu sprechen. Denn das Internet macht es möglich, dass problematische Inhalte innerhalb kürzester Zeit sehr viele Menschen erreichen. Hinzu kommt, dass mittlerweile auch mithilfe von KI gefälschte Bilder erstellt werden können- auch das Thema wurde mit den Schüler:innen besprochen. 

Nach der Aufführung haben wir die Möglichkeit, den Schauspieler:innen selbst Fragen zu stellen. Dabei erzählen sie auch von ihren persönlichen Erfahrungen und davon, warum sie dieses Theaterstück aufführen. 

Ein Schauspieler berichtet beispielsweise, dass er selbst beim Wechsel von einer Waldorfschule auf eine andere Schule gemobbt wurde. Damals habe er die Situation nicht vollständig als Mobbing wahrgenommen. Erst später sei ihm klar geworden, wie falsch das Verhalten anderer ihm gegenüber gewesen sei. 

Eine andere Schauspielerin erzählt von einem Mädchen, das zwei Klassenstufen über ihr war und früh schwanger wurde. Andere Menschen bezeichneten sie daraufhin als „Schlampe“. Diese Bezeichnung wurde dem Mädchen so oft zugeschrieben, dass sie irgendwann selbst begann, diese Rolle anzunehmen. Sie verlor dadurch zunehmend den Glauben an sich selbst und gab schließlich auch ihren Bildungsweg auf. 

Genau das wollen die Schauspielerinnen verhindern. Jugendliche sollen früh lernen, problematisches Verhalten zu erkennen und lernen sich dagegen zuwehren. 

Besonders eindrücklich ist deshalb die Aussage, auf die bereits am Anfang eingegangen wurde, dass Kinder teilweise mehrere Erwachsene ansprechen müssen, bevor ihnen wirklich geglaubt wird. Die Schauspielerin nennt dabei bis zu acht Anläufe. Die Botschaft dahinter ist klar: Wenn jemand erzählt, dass ihm etwas angetan wurde, sollte diese Person ernst genommen werden und Unterstützung bekommen. 

Um diese Botschaft weiterzugeben ist gerade dieses Schauspiel gut, da es ermöglicht ernste Themen anzusprechen und näher an die Jugendlichen heran zu kommen. Die Schüler:innen hören keine Regeln oder lange Vorträge, sondern Figuren, die genauso alt sind wie sie selbst und Situationen erleben, die ihnen bekannt vorkommen könnten.  

Deshalb vielen Dank an Frau Sulski, der Technik Ag und den tollen Schauspieler:innen, für das lehrreiche Theaterstück! 

 

Geschrieben von Afia Sikandar Bhalli, Foto von Abisola Racheal Oladimeji 

 

Unsere aktuellen Beiträge

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24
  • 25
  • 26
  • 27
  • 28
  • 29
  • 30
  • 31
  • 32
  • 33
  • 34
  • 35
  • 36
  • 37
  • 38
  • 39
  • 40
  • 41
  • 42
  • 43
  • 44
  • 45
  • 46
  • 47
  • 48
  • 49
  • 50
  • 51
  • 52
  • 53
  • 54
  • 55
  • 56
  • 57
  • 58
  • 59
  • 60
  • 61
  • 62
  • 63
  • 64
  • 65
  • 66
  • 67
  • 68
  • 69
  • 70
  • 71
  • 72
  • 73
  • 74
  • 75
  • 76
  • 77
  • 78
  • 79
  • 80
  • 81
  • 82
  • 83
  • 84
  • 85
  • 86
  • 87
  • 88
  • 89
  • 90
  • 91
  • 92
  • 93
  • 94
  • 95
  • 96
  • 97
  • 98
  • 99
  • 100
  • 101
  • 102
  • 103
  • 104
  • 105

Wir sind für Sie da!

  1. Tel: (02202) 96997 - 0
  2. Fax: (02202) 96997 - 39
  3. Reuterstraße 51
  4. 51465 Bergisch Gladbach
  5. sekretariat@ncg-online.de
  6.  

Wir sind dabei!

 

  1.  
  2.  
  3.  
  4.  
  5.  
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.