Nicolaus Cusanus Gymnasium,  Reuterstraße 51, 51465 Bergisch Gladbach

Die Handypause am NCG

Warum Handytaschen?

Es handelt sich um eine verschließbare, signalabge-schirmte und gepolsterte Tasche, in der das ausgeschaltete Smartphone und die Smartwatch zu Beginn des Schultages sicher verstaut wird. Die Smartphonetasche bleibt während des gesamten Schultags verschlossen und befindet sich in der Schultasche. Am Ende des Schultages werden die Smartphonetaschen über die an den Ausgängen vom Gelände installierten Entsperrmagnete entriegelt. Es ist ein konsequentes „Zu-Ende-Denken“ der bestehenden Regelung (Smartphone ausgeschaltet in der Tasche).

Warum dieser Schritt?

So sehr digitale Geräte den Alltag bereichern, so deutlich zeigen aktuelle Studien auch, dass eine unbegleitete Nutzung gerade bei Heranwachsenden das soziale Miteinander und die mentale Gesundheit belasten kann. So zeichnen aktuelle, repräsentative Studien und wissenschaftliche Arbeiten ein klares Bild:

-              67% der Jugendlichen bezeichnen ihre Smartphone-Nutzung als Zeitverlust (JIM-Studie 2025),

-              73% der Jugendlichen verbringen mehr Zeit in sozialen Netzwerken als gewollt (Vodafone Stiftung 2025)

-              56% der Jugendlichen würden gerne ihre Bildschirmzeit reduzieren, schaffen es aber nicht allein (Vodafone-Stiftung 2025)

-              Jugendliche mit intensiver Smartphone-Nutzung sind doppelt so häufig von Angststörungen und fast dreifach so häufig von Depressionen betroffen (King's College London 2024)

Selbstwert, Lebenszufriedenheit und Glücksempfinden der unter 25-Jährigen ist in westlichen Industrienationen seit etwa 2010 deutlich zurückgegangen — parallel zur Verbreitung des Smartphones (World Happiness Report 2026). Diese Zahlen zeichnen ein deutliches Bild — auch wenn das Smartphone nie die alleinige Erklärung ist. Faktoren wie Schlaf und Bewegung, gesellschaftliche Belastung und ein unterstützendes Umfeld sind ebenso wichtig (u.a. UNICEF Innocenti Report Card 19 2025). Genau dort möchten wir gemeinsam mit Ihnen ansetzen.

Positiver Effekt smartphonefreier Lernumgebung

Die Smartphone-Nutzung gilt als einer der zentralen Treiber sinkender PISA-Ergebnisse. Die negativen Effekte auf Lernleistung korreliert mit Massenverbreitung von Smartphones & Social-Media. Die Handy-“Pausen“ verbessern den Schlaf und senken Stress. All diese positiven Effekte sind mittlerweile gut durch entsprechende Studien belegt (u.a. OECD Working Paper 2024; UNESCO GEM-Report 2023). Insbesondere ist inzwischen durch Studien nachgewiesen, dass die bloße Anwesenheit des Smartphones zu einer Abnahme der kognitiven Leistungen führt, dies wird als Brain-Drain-Effekt bezeichnet (Ward et al. 2017). Diesem Effekt treten wir durch unsere angepasste Regelung entgegen.

Was passiert, wenn ich mein Kind während des Schultages erreichen möchte?

Wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich auf das Lernen konzentrieren. Wenn Sie Ihr Kind während des Schultages kontaktieren müssen, wenden Sie sich bitte telefonisch unter (02202) 96997 - 0 an das Sekretariat des NCGs.

Was passiert, wenn jemand vergisst, ihre/seine Smartphonetasche am Ende des Tages zu entsperren?

Das passiert wahrscheinlich sehr selten. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Handytaschen an den Ausgängen vom Schulgelände beim Verlassen nach Unterrichtsschluss öffnen. Sollten sie es trotzdem vergessen, so können sie zur Schule zurückkehren, die Entsperrmagnete sind öffentlich zugänglich, oder ihre Handypause verlängern.

Mein Kind berichtet, dass Smartphones ab und an auch für unterrichtliche Zwecke (z.B. spontane Recherchen o.ä.) benutzt werden? Wie ist hier die Regelung?

Das NCG verfügt über eine große Anzahl von iPads, die für den Unterricht gebucht werden können. Lehrkräfte achten in Zukunft verstärkt darauf, dass nach Möglichkeit diese Geräte für den Unterricht im Rahmen der Medienerziehung zur Vorbereitung auf die Anforderungen der Digitalität zum Einsatz kommen. Lehrkräfte dürfen aber – so wurde es in der Schulkonferenz diskutiert und dann auch beschlossen – in pädagogischer Freiheit und Verantwortung auch Ausnahmen für Unterrichtszusammenhänge gestatten. Für diese Fälle stehen den Lehrkräften mobile Entsperrmagnete zur Verfügung.

Wie wird die Regelung auf Wandertagen, Exkursionen oder mehrtägigen Fahrten gehandhabt?

Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass Schüler:innen zu Beginn der Sekundarstufe I zu solchen Veranstaltungen das Handy nicht mitnehmen oder nutzen dürfen, denn es hilft, sich auf das eigentliche Programm zu konzentrieren. Auch hier gilt, dass die Lehrkräfte Ausnahmen gestatten dürfen, wenn es für die Umsetzung der Ziele der Veranstaltung oder die organisatorischen Abläufe sinnvoll und nötig ist. Auch hier können mobile Entsperrmagnete genutzt werden.

Mein Kind ist aus gesundheitlichen Gründen auf die Nutzung des Smartphones angewiesen. Wie wird das berücksichtigt?

Eine sehr geringe Anzahl unserer Schüler:innen ist aus gesundheitlichen Gründen darauf angewiesen, dass das Smartphone während der Unterrichtszeit eingeschaltet bleibt. Das betrifft zum Beispiel Schüler:innen, die auf Grund von Diabetes regelmäßig ihren Glukosespiegel überwachen müssen, was über entsprechende Apps auf dem Smartphone geschieht. Die Schulkonferenz hat beschlossen, dass in Fällen wie diesen die Schulleitung weitergehende Ausnahmen für einzelne Schüler:innen gestatten kann. Bezogen auf Diabetes handelt es sich dann z. B. um einen sogenannten Nachteilsausgleich, der sowieso grundsätzlich von der Schulleitung genehmigt werden muss.

 

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