Stellungnahme der Elternschaft zur aktuellen Debatte um Schulstandorte in Bergisch Gladbach PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Elternvertretung   
Samstag, den 14. Januar 2012 um 15:42 Uhr

Wer die Presseveröffentlichungen der letzten Tage verfolgt, muss den Eindruck gewinnen, der Umzug des NCG in das Schulzentrum Kleefeld sei beschlossene Sache. So als ginge es jetzt nur noch darum, die Schülerzahl am NCG oder die Räumlichkeiten am Kleefeld passend zu machen.

Das ist mitnichten so. Die Entscheidung liegt nicht bei der Verwaltung, sondern in den politischen Gremien der Stadt. Sie muss öffentlich diskutiert werden – in den zuständigen Gremien, also Schulkonferenzen, Ratsausschüssen und im Stadtrat selbst.

Das heißt auch: Noch ist nichts entschieden. Und als Eltern der mehr als eintausend Schüler einer Traditionsschule in Bergisch Gladbach können wir nur sagen: Stop, so nicht!

Die Entscheidung ist keine technische, sondern eine politische. Die Stadtspitze sieht in der Schulentwicklung offenbar vor allem einen “Sparbrocken”. Gleichzeitig verwickelt sich Bürgermeister Urbach unseres Erachtens in Widersprüche: Einen Umzug ins Kleefeld ergebnisoffen prüfen zu wollen, gleichzeitig dieser Lösung aber eindeutig den Vorzug vor allen Alternativen zu geben und dann noch auf die Schnelle die endgültige Entscheidung bis März herbeiführen zu wollen – all das passt nicht zusammen.

Über Jahrzehnte wurde die Schulentwicklung in Bergisch Gladbach fast sträflich vernachlässigt – das rächt sich nun.

Wir meinen: Nicht weiterhin auf Kosten unserer Kinder! Denn sie sind unsere Investition in die Zukunft. Bildung muss höchste Priorität genießen. Sinkende Schülerzahlen sollten nicht Kassen sondern volle Klassen entlasten und so die Qualität des Unterrichts sichern. Kreatives Umdenken statt einseitigem Sparen ist hier gefragt.

Vorbild Rösrath

Rösrath beispielsweise will offenkundig einen anderen Weg einschlagen. Hier wird Schulentwicklung nicht nur unter dem Sparaspekt diskutiert, sondern als Zukunftschance  für die Stadt. In einem “Campus für Bildung” soll Raum sein für Lerninseln statt Frontalunterricht, für eine Schule, die nicht nur Lern- sondern auch Freizeitort ist und für lebenslanges Lernen mit Angeboten vom Vorschulalter bis zur Erwachsenen- und Familienbildung (VHS, Musikschule).

Auch das innenstadtnahe Areal an der Reuterstraße böte mit der Nachbarschaft von NCG, Musikschule, TS 79 und Belkaw-Arena hervorragende Chancen für ein zukunftsträchtiges Miteinander und innovative Lösungen.

Wir Eltern am NCG sehen die Politik in einer Bringschuld. Welche Perspektiven gibt es für den Standort Reuterstraße? Wo gibt es Ideen, die über ein Hineinzwängen des NCG ins Schulzentrum Kleefeld hinausgehen? Ein Hineinzwängen, das dem NCG möglicherweise jede Chance auf zukunftsweisende Lernkonzepte nehmen würde.

Zugegeben: Um Sanierungskosten wird man nicht umhin kommen – dies gilt aber für beide Standorte!