| Schneewitto und sechs Emanzen |
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| Geschrieben von: Thomas Rausch [KStA] | |||
| Dienstag, den 12. Januar 2010 um 00:00 Uhr | |||
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Der Literaturkurs der Stufe 12 im Nicolaus-Cusanus-Gymnasium hat ein ungewöhnliches Stück auf die Bühne gebracht: „Schneewitto“. Die Zuschauer dürfen kostümiert erscheinen.
Das Geschehen aus dem Märchen „Schneewittchen“ der Brüder Grimm modeln die jungen Theatermacher dabei hemmungslos und ohne Respekt um. So ist die Hauptfigur Schneewitto ein Mann - allerdings einer mit sehr weiblichen Zügen, Darsteller Johannes Brosig sorgt damit für manch komischen Effekt. Zu den vielen amüsanten Einfällen der Inszenierung gehört, dass der vordergründig so emanzipationsbeflissene Minister eine blonde Sekretärin mit Minirock bevorzugt. Oder dass statt der zum Mord ausersehenen Sekretärin plötzlich der Jäger aus dem Grimm'schen Märchen auftaucht. Statt sieben Zwergen arbeitet das Stück mit sechs Emanzen - die siebte ist an Pferdegrippe erkrankt -, und nach einem Mordversuch der Sekretärin flieht Schneewitto in das Wellnesscenter Mediterana. Dort sieht der Zuschauer ihn lächerlicherweise in einem aufblasbaren Mini-Planschbecken. Alle wild zusammengemixten Ideen folgen dem Konzept des Panto, das aus England kommt. Ein Panto verarbeitet ein Märchen oder ein ernstes Stück auf amüsante und geistreiche Weise, zur Parodie kommen auch Showelemente hinzu. So ist die Musik, bei der das Publikum mitsingen soll, unerlässlicher Bestandteil. Kostümiertes Publikum Bei „Schneewitto“ kommt zum Beispiel das Karnevalslied „Bademeister vom Mediterana“ vor. Ausdrücklich erwünscht ist außerdem, dass die Zuschauer kostümiert erscheinen. Der Spaß, den die 13 Schauspieler, darunter zwei Gastschüler aus den USA und Brasilien, bei ihrer Märchen-Persiflage entwickeln, erreicht das Publikum: Bei einer Probe kurz vor der Aufführung kommt die Komik bei den Vorab-Besuchern jedenfalls an. Auch der Erzähler (Alexander Holtzmann), der das Bühnengeschehen kommentiert, trägt wesentlich zur Heiterkeit bei. Erst im Oktober hat der Literaturkurs angefangen, das Stück zu entwickeln und parallel zu proben, die Zeit bis zur Bühnenreife war damit kurz. Doch selbst wenn bei der Probe etwas schief geht, passt das eigentlich: Die Zuschauer sollen sich amüsieren. Wer eine tiefere Aussage sucht, liegt daneben, Regisseurin Melanie Schriner betont: „Es ist überhaupt nicht ernst.“ Premiere von „Schneewitto“ ist am Donnerstag, 14. Januar, in der Aula des NCG, Reuterstraße 51. Weitere Aufführung: Freitag, 15. Januar. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Karten gibt es in den Schulpausen im NCG-Foyer und an der Abendkasse.
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