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Schneewittchen als Mann und im Bademantel: Bei dem Schüler-Stück „Schneewitto und die sechs Emanzen“ bleibt nichts, wie es ist. Aus dem Märchenklassiker ist etwas völlig neues entstanden: ein Mitmach-Theater.
 BERGISCH GLADBACH - Schneewittchen ist ein Mann. Natürlich. Er heißt Schneewitto und arbeitet als Gleichstellungsbeauftragter im Familienministerium. Wieder klar. Schneewitto trägt Bademantel und wird von seinen sechs Emanzen beschützt. Und die wohnen im Mediterana in Bensberg. Ist ja logisch. Die Brüder Grimm würden sich wohl etwas wundern, wenn sie davon erführen. Nichts bleibt wie es ist, wenn nächste Woche der Grundkurs Literatur der Jahrgangsstufe 12 am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium zu „Schneewitto und die sechs Emanzen“ einlädt. Aus dem Märchenklassiker ist ein englisches Panto geworden: ein Mitmach-Theater, das die Motive belässt, ansonsten aber den Inhalt gnadenlos durch den Fleischwolf dreht. Mordversuche, Flucht und Errettung Die Schüler haben ein neues Drehbuch geschrieben, sich dazu passende Szenen überlegt, Texte geschrieben, die gesamte Inszenierung eigenständig erarbeitet. „Nur der Kern des Stückes ist geblieben“, sagt Fachlehrerin Melanie Schriner. Pantos, sehr beliebt auf der Insel, gelten als humoristische Theaterklassiker rund um Weihnachten und Neujahr. Im Saal soll es deshalb bunt werden, die Zuschauer werden ausdrücklich um karnevalistische Maskeraden gebeten. „Das ist ganz, ganz, ganz wichtig“, betont Domenika von Kruedener, die den Unhold „Hubert“ mimt. Hubert ist Familienminister und im Irrglauben, er sei der Emanzipierteste im ganzen Land. Ist er aber nicht. Aus dem „Spiegel“ erfährt er, dass Schneewitto noch emanzipierter ist. Und damit beginnt die Geschichte mit Mordversuchen, mit Flucht und Errettung durch die sechs Emanzen (eine siebte ist gerade abgängig, da an Schweinegrippe erkrankt). Das Publikum wird ins Geschehen einbezogen: Beim „Bademeister vom Mediterana“, dem Sessionshit der „Wanderer“, kann mitgesungen werden. Und es soll Zurufe aus dem „Off“ des Zuschauerraums geben. „Auf die Bühne muss aber kein Zuschauer“, beruhigt die Leiterin. Bei der Generalprobe gestern in der Aula des Gymnasiums fläzt sich Schneewitto (Johannes Brosig) cool in seinem Liegestuhl. Die Ruhe vor dem Mordanschlag: Der Familienminister hat seinen Haus- und Hofjäger auf ihn angesetzt. Und schon pirscht sich NCG-Austauschschüler Lyle heran und hat Dunkles im Sinn. Dreimal geht es dem Schneewitto an den Kragen, dreimal müssen die Emanzen rettend eingreifen. „Viel besser als ein Märchen“, finden die Schüler ihr Stück. „Ein Märchen wollten wir nicht aufführen.“ Stimmt: Aus dem Märchen ist ein Panto geworden. Aufführungen: Donnerstag, 14. Januar, und Freitag, 15. Januar, jeweils 19 Uhr, Aula des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums, Reuterstraße. Sechs / vier Euro Eintritt.
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